Dr. Beate Jaeger 28 Jahre Erfahrung

Die Labor­ärz­tin und Inter­nis­tin Dr. med. Bea­te Roxa­ne Jae­ger ist Lei­te­rin des Lipidzen­trum-Nord­rhein (Wert­gas­se 35, 45468 Mülheim/Ruhr) und behan­delt seit Jah­ren mit der soge­nann­ten H.E.L.P.- Aphe­re­se (Hepa­rin­in­du­zier­te extra­kor­po­ra­le LDL/­Fi­bri­no­gen-Prä­zi­pi­ta­ti­on) Pati­en­ten mit schwers­ten Fett­stoff­wech­sel­stö­run­gen (the­ra­pie­re­frak­tä­rer Hyper­cho­le­ste­rin­ämi­en) und dar­aus resul­tie­ren­der Folgeerkrankungen.

H.E.L.P.-Apherese und das Long Covid / Post Covid Syndrom

Frau Dr. Jae­ger beschreibt, wie sich die Erfah­run­gen in der Anwen­dung der H.E.L.P.-Apherese auf die Behand­lung von Long Covid / Post Covid Pati­en­ten anwen­den lassen.

H.E.L.P.-Apherese

Die H.E.L.P.-Apherese (Hepa­rin-indu­zier­te extra­kor­po­ra­le LDL-Prä­zi­pi­ta­ti­on) steht im Fokus der Behand­lungs­maß­nah­men von Dr. Bea­te R. Jae­ger. Diet­rich Sei­del, frü­he­rer ärzt­li­cher Direk­tor am Kli­ni­kum Groß­ha­dern in Mün­chen, und Hein­rich Wie­land, ehe­mals Pro­fes­sor am Insti­tut für Kli­ni­sche Che­mie am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum in Frei­burg gel­ten als Ent­de­cker die­ses Verfahrens.

Das H.E.L.P.-Verfahren ist seit 36 Jah­ren ein ver­füg­ba­res und eta­blier­tes Sys­tem, das in Deutsch­land jähr­lich bei ca. 3.000 Pati­en­ten zur Anwen­dung kommt. Die H.E.L.P.-Apherese zielt pri­mär auf Pati­en­ten mit schwers­ter, sonst the­ra­pie­re­frak­tä­rer Hyper­cho­le­ste­rin­ämie und koro­na­rer Herz­krank­heit ab (2009; Natu­re Cli­ni­cal Prac­ti­ce Car­dio­vascu­lar Medi­ci­ne; DOI: 10.1038/ncpcardio1456 und 2003; The­ra­peu­tic Aphe­re­sis and Ana­ly­sis; DOI: 10.1046/j.1526–0968.2003.00072.x). Spä­ter wur­de sie unter ande­rem auch zur Prä­ven­ti­on und The­ra­pie der Graft Ves­sel Dise­a­se nach einer Herz­trans­plan­ta­ti­on und zur The­ra­pie der Hyper­li­po­pro­te­in­ämie erfolg­reich eingesetzt.

Neben LDL, VLDL, und Lp(a) wer­den hier auch Ent­zün­dungs­me­dia­to­ren, Fibri­no­gen, pro­in­flamma­to­ri­sche Adhä­si­ons­mo­le­kü­le und sons­ti­ge Zyto­ki­ne eli­mi­niert. Die­se kon­ti­nu­ier­li­che Ent­fer­nung von Gerin­nungs- und Ent­zün­dungs­pa­ra­me­tern ver­bes­sert die Organ­durch­blu­tung und erleich­tert den Sauerstoffaustausch.

Das Ver­fah­ren gilt als äußerst ver­träg­lich, ist mit anti­vi­ra­len Medi­ka­men­ten und Anti­ko­agu­lan­zi­en kom­pa­ti­bel und die Pati­en­ten emp­fin­den die Pro­ze­dur zumeist als ange­nehm und spü­ren oft­mals bereits nach den ers­ten Behand­lun­gen eine deut­li­che Verbesserung.

Im ers­ten Schritt wird das Plas­ma von den übri­gen Blut­be­stand­tei­len getrennt. Das abge­trenn­te Blut­plas­ma wird mit einem Hepa­rin-Ace­tat­puf­fer ver­setzt, wodurch der Plas­ma-pH-Wert gesenkt wird. Dies hat eine Bin­dung von LDL‑C, Lp(a), Fibri­no­gen an Hepa­rin zur Fol­ge. Die Hepa­rin-Pro­te­in-Prä­zi­pi­ta­te wer­den durch einen Fil­ter aus dem Plas­ma­kreis­lauf eli­mi­niert und das über­schüs­si­ge Hepa­rin mit Hil­fe eines Polya­n­io­nen­aus­tau­schers adsor­biert. Die phy­sio­lo­gi­schen Plas­ma­ver­hält­nis­se wer­den anschlie­ßend durch Bikar­bo­nat­dia­ly­se und Ultra­fil­tra­ti­on wie­der­her­ge­stellt und mit den zel­lu­lä­ren Bestand­tei­len wie­der zurückgeführt.

Long Covid / Post Covid Syndrom 

Mehr als 3,5 Mil­lio­nen Men­schen sind bis­lang in Deutsch­land an Covid-19 erkrankt und gel­ten als gene­sen. Aber jeder Zehn­te, also ca. 350.000 Men­schen lei­den wei­ter­hin an ver­schie­de­nen Spät­fol­gen wie extre­me Erschöp­fungs­zu­stän­de, Atem­be­schwer­den, Brust- und Gelenk­schmer­zen, Geruchs­stö­run­gen und andau­ern­de Müdig­keit (CFS: chro­nic fati­gue syn­drom). Bei jedem Fünf­ten tre­ten nach einer Coro­na-Infek­ti­on auch psy­chi­sche Sym­pto­me wie Angst, depres­si­ve Stim­mung und Schlaf­stö­rung auf. Mitt­ler­wei­le wer­den etwa 50 ver­schie­de­nen Sym­pto­me beschrieben.

Dr. med. Bea­te R. Jae­ger nimmt sich die­ses Erkran­kungs­bil­des an und schlägt das extra­kor­po­ra­le Ver­fah­ren zur Long-Covid-The­ra­pie vor – ins­be­son­de­re, um die Mikro­zir­ku­la­ti­on der Lun­ge zu erhal­ten. Dr. Jae­ger weist dar­auf hin, dass die Bedeu­tung der H.E.L.P.-Apherese für die COVID-19-The­ra­pie eigent­lich vor allem den Beob­ach­tun­gen der Patho­lo­gen zu ver­dan­ken ist, weil die­se näm­lich die gene­ra­li­sier­te Endo­the­lii­tis bei COVID-19 beschrie­ben haben:

„Im Alveo­lar­epi­thel und in den Endo­thel­zel­len ver­stor­be­ner COVID-19 Pati­en­ten wur­den bereits Viren nach­ge­wie­sen. Sie zei­gen ein Bild einer gleich­zei­ti­gen mas­si­ven inflamma­to­ri­schen und pro­ko­agu­la­to­ri­schen Akti­vie­rung mit Zell­ne­kro­sen, Throm­ben und mas­si­ven fibri­no­iden Abla­ge­run­gen in der Mikro­zir­ku­la­ti­on der Lun­ge. Die­se Fibri­n­ab­la­ge­run­gen ver­kle­ben das Lun­gen­ge­we­be und behin­dern den Gas­aus­tausch mas­siv“. Das heißt, die H.E.L.P.-Apherese lässt sich auf­grund der antient­zünd­li­chen und anti­ko­agu­la­to­ri­schen Wir­kung als viel­ver­spre­chen­der The­ra­pie­an­satz für das Long-Covid-Syn­drom nutzen.

Wer ist von Post Covid betroffen?

Das Long-Covid- oder Post-Covid-Syn­drom kann in allen Alters­grup­pen (vom Kind bis zum Erwach­se­nen) auf­tre­ten. Unab­hän­gig von der Schwe­re der Coro­na-Infek­ti­on – von asym­pto­ma­tisch bis schwer – kann Long Covid die Lebens­qua­li­tät der Pati­en­ten über einen lan­gen Zeit­raum stark beein­träch­ti­gen.
Dr. Jae­gers Ziel ist, die Akzep­tanz und Auf­merk­sam­keit für Long Covid in der Öffent­lich­keit zu erhö­hen, Behand­lungs­an­sät­ze und For­schun­gen zum The­ma anzu­sto­ßen und Long-Covid-Pati­en­ten zu hel­fen, um ihnen Lebens­qua­li­tät zurück­zu­ge­ben.

In den letz­ten Mona­ten behan­del­te Dr. Bea­te R. Jae­ger weit mehr als 100 Pati­en­ten mit schwers­ten Long-Covid-Sym­pto­men mit der H.E.L.P.-Apherese. Die bis­her guten The­ra­pie­er­geb­nis­se ste­hen in Kür­ze als Stu­die zur Verfügung.

Dr. Jaegers Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

Dr. med. Bea­te R. Jae­ger stu­dier­te von 1986 bis 1993 in Essen und Zürich Medi­zin. 1994 ver­fass­te sie ihre Dis­ser­ta­ti­on in Endo­kri­no­lo­gie zur Pro­mo­ti­on in Medi­zin an der Uni­ver­si­tät Essen mit dem The­ma „Schild­drü­sen­stoff­wech­sel bei chro­ni­schen Hämo­dia­ly­se­pa­ti­en­ten“ bei Prof. Dr. D. Rein­wein mit der Bewer­tung „Magna cum laude“.

Bereits seit 1991 gilt das wis­sen­schaft­li­che Inter­es­se von Frau Dr. Jae­ger vor allem der Patho­bio­che­mie von Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen und somit auch der Ursa­chen­for­schung chro­ni­scher und aku­ter Ent­zün­dungs­pro­zes­se des Endo­thels. Unter Endo­thel ver­steht man die Innen­haut von Lymph- und Blut­ge­fä­ßen. Sie stellt ein Schutz­schild inner­halb der Gefä­ße dar, das den Stoff­aus­tausch zwi­schen Gewe­be und Blut regu­liert. Zudem jus­tiert das Endo­thel ver­schie­de­ne Pro­zes­se in den Mikro­ge­fä­ßen, wie zum Bei­spiel die Fließ­fä­hig­keit des Blu­tes, etwa durch Hem­mung und Akti­vie­rung von Gerinnungsprozessen.

Ihre kli­ni­schen Stu­di­en zur Ent­ste­hung und Ent­wick­lung von Athe­ro­skle­ro­se, Athero­throm­bo­se, Hämosta­se und Rheo­lo­gie haben zur Ent­wick­lung neu­er prä­ven­ti­ver und the­ra­peu­ti­scher Stra­te­gien bei­getra­gen. Mitt­ler­wei­le ist Dr. Bea­te Jae­ger ein unab­hän­gi­ger Ansprech­part­ner für Fra­ge­stel­lun­gen rund um das The­ma Athe­ro­skle­ro­se und deren Behand­lung und die The­ra­pie mit der H.E.L.P.- Aphe­re­se (Hepa­rin-indu­zier­te Extra­kor­po­ra­le LDL/ Fibrinogen-Präzipitation.

Bis­lang hat Dr. Bea­te R. Jae­ger mehr als 50 wis­sen­schaft­li­che Bei­trä­ge in Fach­zeit­schrif­ten publi­ziert, dar­un­ter Lan­cet, Natu­re CP Car­dio, NEJM oder PLOS One. Im Jahr 2009 wur­de sie mit dem Wis­sen­schafts­preis der Deut­schen Gesell­schaft für Neph­rolo­gie ausgezeichnet.

Medizinische Schwerpunkte

  • Lipo­pro­te­in-Stoff­wech­sel­stö­run­gen (Dysli­po­pro­te­in­ämi­en)
  • the­ra­pie­re­frak­tä­rer Hyper­cho­le­ste­rin­ämi­en mit den dar­aus resul­tie­ren­den athe­ro­sklero­ti­schen Erkran­kun­gen (Schlag­an­fall, Herzinfarkt)
  • Stö­run­gen der pri­mä­ren (zel­lu­lä­ren) und sekun­dä­ren Hämosta­se (plas­ma­ti­sche Blutgerinnung)
  • Rheo­lo­gi­sche Stö­run­gen (Mikro­zir­ku­la­ti­ons­stö­run­gen mit erhöh­tem Risi­ko für zere­bro­vasku­lä­re Kom­pli­ka­tio­nen wie peri­phe­re arte­ri­el­le Ver­schluss­erkran­kun­gen, Herzinfarkte

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